Über Pflanzen und Gartenanlage im Evenburg-Park

Foto Landkreis Leer: Wo früher landwirtschaftliche Produkte oder solche aus dem Gartenbau erzeugt wurden, posieren heute Brautpaare und andere vor der Kulisse der Evenburg in Leer-Loga.  

Im Winter blühende Topfpflanzen gab es außer Primeln, Sternblumen und Alpenveilchen nur wenige, dazu wurden auch Monatsrosen und Nelken mit verwendet, die heute als Topfpflanzen kaum noch in betracht kommen. Dafür wurden größere Mengen Zwiebelgewächse in Töpfe gepflanzt und in Treibhäusern angetrieben, so dass man von Weihnachten bis März wenigstens einige blühende Blumen hatte, wie Tulpen, Hyazinthen, Krokus, Narzissen, Tarzetten und dergleichen, ferner noch Maiglöckchen. Azaleen, Kamelien, Rhododendron, diese waren aber verhältnismäßig teuer. Um Schnittblumen für Buketts und Kränze zu haben, wurden Syringen und Deutzien angetrieben.

Weil es so wenige Winterblüher gab, fanden dafür die verschiedenen Blattpflanzen eine größere Beachtung, vor allem die schön gefärbten, großblättrigen Blattbegonien, die Schiefblätter, Colaus, Myrten, Evonymus, Aukuben, Goldblatt, Aralien, Vicus = Feigenblatt, verschiedene Zwergpalmen, Asparagus = Spargel, Asziditra = Schusterpalme und noch eine ganze Reihe anderer Arten.

Früher war es vielfach  Brauch, in den Hausfluren und auch vor der Haustüre größere Kübelpflanzen aufzustellen wie Lorbeer, Evonymus, Aukuben, Oleander und auch wohl Rhododendron und Lebensbäume.“

Zur „Obstreiberei“ hat der Ruheständler notiert, dass der Genuss von exotischem Obst vor der Anbindung der Region an das Eisanbahnnetz und vor Beginn der Dampfschifffahrt eher reichen Leuten vorbehalten war. In der Evenburg-Gärtnerei habe es aus jener Zeit noch das Ananashaus und das „Weinhaus“ gegeben. Melonen wurden in Mistbeeten gezogen, und es gab sechs Kübel mit Orangen, die in der warmen Jahreszeit im freien und im Winter in einem Schuppen standen.

„Der Garten und der Park hingen zusammen und bildeten ein großes Ganzes. Wie damals noch allgemein üblich, waren die Wege darin alle krumm und gebogen. Außer dem breiten Schlossgraben waren noch zwei andere Fischteiche darin, auf dem größeren lagen ständig zwei kleine Boote. Wenn die Herrschaften verreist waren, wurden diese auch von uns benutzt.

An den Wegen und auf den Rasenflächen standen verstreut überall kleinere und größere Bosketts mit Blütensträuchern und seltenen Gehölzen sowie Baumgruppen und Einzelbäume. . . Dann gab es noch die so genannten Blaupflanzengruppen, Beete, die mit hoch wachsenden großblättrigen und verschieden farbigen Pflanzen besetzt waren wie Hanf, Eukalyptus, Kalla, Ceremer, Rizinus, Mais, Tabak und ähnliche ‚Sachen’. Die übrigen Blumenbeete waren hauptsächlich mit Geranien, Fuchsien, Verbenen, Heliotrop und dergleichen sowie verschiedenen Sommerblumen bepflanzt. Dann gab es noch Rosen- und Dahlienbeete.

Von den Bäumen und Ziersträuchern waren damals die mit bunten oder farbigen Blättern sehr beliebt, weil sie erst neu eingeführt und selten waren, so die weiß- und gelbbunten mit rötlichen und gelben Blättern geschlitztblättrige  usw. Wo diese einzeln oder im Verbund stehen, zwischen grünblättrigen Gehölzen, können sie einen ganz netten Eindruck machen. Doch wenn solche in Gruppen zusammenstehen, gewährend sie einen leicht kümmerlichen, krankhaften Anblick. Deswegen wurden sie mit der Zeit auch immer weniger angepflanzt. Nur in Holland wurden sie noch länger zeit hindurch ziemlich viel angepflanzt. Dort sah man noch vor 15 bis 20 Jahren (1927 – 1932)  zuweilen Gärten, die ganz allein mit farbigen  und buntblättrigen Bäumen und Sträuchern  bepflanzt waren, was direkt einen widerlichen, verkommenen Eindruck machte. ‚Bunt let Wacker“. – Bunt sieht gut und schön aus, sagen die Holländer, die allgemein für buntes und glänzendes schwärmen, wie es vielfach auch die Ostfriesen tun, so auch in der Kleidung.“
heg


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